Warum brechen junge Menschen ihre Teilnahme an Bildungsangeboten vorzeitig ab? Was kann man dagegen unternehmen?

Was ist Stop Dropout?


Stop Dropout! ist ein europäisches Projekt zur Reduzierung von Abbruchsraten im Schul- und Ausbildungssystem.

Stop Dropout! soll Lehrkräfte, TrainerInnen und BetreuerInnen dabei unterstützen,

  • Risikofaktoren für spätere Schul- und Ausbildungsabbrüche zu erkennen,
  • Strategien zur Vermeidung von Schul- Ausbildungsabbrüchen zu entwickeln und damit
  • die Effizienz der Schul- und Ausbildungssysteme zu verbessern.

Stop Dropout! organisiert hierfür den Transfer bereits erprobter Lösungen aus Norwegen und Island, denn dort sind Analyse- und Beratungsinstrumente bereits erfolgreich im Einsatz.

Hintergrund: Schulabbrüche als europäisches Problem

Auch wenn die vier Anwenderländer schulformübergreifend den europäischen Richtwert von weniger als 10% Schulabbrüchen erreichen, liegen im Berufsschulbereich die Abbrecherquoten deutlich höher.

Beispiel Deutschland: Hier hatten im Jahr 2008 17% (also jeder Sechste!) der 20- bis 30-Jährigen keinen Berufsabschluss und befanden sich auch nicht mehr in Bildungsmaßnahmen. Dies geht aus dem jüngsten Bildungsbericht von Bund und Ländern hervor (siehe www.bildungsbericht.de).

Diese jungen Menschen sind auch später für Bildungsangebote kaum noch erreichbar. Die Chancen für junge Schul- und Ausbildungsabbrecher, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, sind deutlich geringer. Die Folgen sind häufig Armut, soziale Ausgrenzung und teilweise lebenslange Abhängigkeit von staatlicher Fürsorge.

Beispiel Österreich: Hier gibt es bei den berufsbildenden Schulen Abbruchsquoten von bis zu 42%. Die Folge: Jede/r dritte Schüler/in schließt seine/ihre Berufsausbildung nicht erfolgreich ab.

Besonders Jungendliche und Heranwachsende mit Migrationshintergrund sind von Schulabbrüchen bedroht: Das Risiko, keine Ausbildung abzuschließen, ist bei dieser Gruppe etwa viermal so hoch wie beim jeweiligen nationalen Bevölkerungsdurchschnitt. Dies widerspricht dem Ideal der Chancengleichheit und erschwert den Prozess der europäischen Integration.